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Freitag, 30. April 2010

Die Opfer des 1.Mai

Die Schweiz kennt seit dem 1.Mai 2010
ein Rauchergesetz.

















Donnerstag, 12. Februar 2009

Jean-Luc, François, Claude und die Zigarren

Vor fünfzig Jahren machten sich junge französische Filmfreunde aus dem Kritiker-Kreis der Zeitschrift "Cahier du Cinéma" auf den Weg, den französischen Film und das Kino überhaupt neu zu erfinden: Nouvelle Vague. Nicht die grosse Weltpolitik war ihr Thema, sondern die "Politique des Auteurs". Sie schätzen die Filme von Alfred Hitchcock und Howard Hawks in Hollywood und die Filme von Jean Renoir und Robert Bresson in Frankreich, weil sie in ihnen die Handschrift ihrer Regisseure sahen.









So erkennen wir in den ersten Filmen dieser jungen Filmkritiker auch die Handschrift ihrer Autoren. Und sie setzen nicht nur die Schauspieler in Szene, sondern auch sich selbst. Und was ist in dieser Selbstinszenierung ihre Handschrift? Ja richtig, sie halten sich an ihren Zigarren, Zigaretten und Pfeifen fest!




Jean-Luc Godard war einer ihrer Anführer. Und er wurde im Verlauf der 60er Jahre auch zum politischen Filmemacher der Bewegung. Die Nouvelle Vague selbst gab 1968 den Startschuss zu einem gesellschaftlichen und politischen Wandel, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind. Als der Gründer der Cinémathèque Française entlassen wird, gehen die jungen Filmemacher und ihre Anhänger auf die Strasse, um für Henri Langlois zu demonstrieren. Daraus entwickeln sich die Studentenunruhen vom Mai 1968 in Paris.





François Truffaut, der Mann, der die Frauen und das Kino liebte und uns viele schöne Kinostunden geschenkt hat, während den Dreharbeiten zu seinem ersten Kinofilm „Les 400 Coups“ zusammen mit seinem jungen Hauptdarsteller Jean-Pierre Léaud.



François Truffaut bei seinem Fünfzig Stunden-Interview mit Alfred Hitchcock, das zum bekannten Filmbuch „Mr.Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ führte.





Claude Chabrol löste mit seinem ersten Film „Le Beau Serge“ 1959 die neue Welle aus. In seinem viele Titel zählendem Werk stellt Chabrol immer wieder die dekadente Bourgeoisie bloss.




Claude Chabrol ist ein grosser Geniesser. Die Zigarre begleitet ihn durch sein ganzes Leben.



Zum Schluss meines Berichts über die Nouvelle Vague lassen wir ganz nach Truffaut "schöne Frauen schöne Dinge tun". Hierher gehört unbedingt Eric Rohmer. Seine moralischen Geschichten und Jahreszeit-Zyklen faszinieren immer wieder. Auf dem Foto Françoise Fabian in „Ma nuit chez Maud“.


Ein Rohmer-Klassiker: „La collectionneuse“ mit Haydée Politoff. Sie sammelt Männer wie andere Rohmer-Filme.




Und ganz zum Schluss noch der vierstündige Monumentalfilm von Jacques Rivette über einen bekannten Maler (Michel Piccoli) und sein Modell (Emmanuelle Béart): „La belle noiseuse“.


Aus dem Gästebuch von Zino Davidoff in Genf:

Mittwoch, 28. November 2007

Ich will alles um mich her ausrotten, was mich einschränkt, dass ich nicht Herr bin

… dies ist der voluminöse Titel einer Tuschzeichnung von George Grosz aus dem Jahr 1922:





George Grosz (1893-1959) wird der neuen Sachlichkeit zugerechnet. Er war Mitbegründer des Dadaismus in Deutschland. Seine sozial- und gesellschaftskritischen Gemälde und Zeichnungen entstanden vorwiegend in den 1920er Jahren. Sein Selbstporträt zeigt ihn mit Champagner und Zigarre:




Seine Bilder provozieren durch äusserst drastische und provokative Darstellungen. Typische Sujets sind Grossstadtprobleme wie Mord, Perversion, Gewalt sowie die Klassengegensätze, die sich in ihr zeigen. In seinen Werken verspottet er die herrschenden Kreise der Weimarer Republik, greift soziale Gegensätze auf und kritisiert insbesondere Wirtschaft, Politik, Militär und Klerus.

George Grosz hält sich ab 1932 in den USA auf, wo er einen Lehrauftrag in einer Kunstschule annimmt. 1938 lässt er sich in die USA einbürgern, wo er 1946 eine Autobiografie schreibt. Sein Name wird vorwiegend mit den Bildern aus 20er Jahren in Verbindung gebracht.



Gerne drückt er den Herrschenden und Mächtigen dieser Welt als Statussymbol eine Zigarre in die Hand oder in den Mund. So auch im Federaquarell "Der Mädchenhändler aus dem Jahr 1918:



Dass George Grosz sich selbst auch zu den bedeutenden Persönlichkeiten zählte, verrät das Selbsporträts mit Zigarre. Aber auch dem Pfeifenrauchen war er nicht abgeneigt.

Freitag, 18. August 2006

Der Rauch von Bertolt Brecht



Bertolt Brecht hat Zigarren und Kriminalromane als unverzichtbare "Produktionsmittel" bezeichnet. Also lasst uns kräftig Rauch aufsteigen, denn: Das kleine Haus unter Bäumen am See. / Vom Dach steigt Rauch. / Fehlte er / Wie trostlos dann wären / Haus, Bäume und See.

Mittwoch, 9. August 2006

Alfred Hitchcock



Alfred Hitchcock, der am 13.August 1899 geboren wurde, musste seine sexuellen Obsessionen in seine Filmhandlungen einbauen und mit Suchtverhalten (Essen, Trinken) kompensieren. Von ihm gibt es folgende Aussage zum Martini-Cocktail: An der Vermouth-Flasche riechen und aus der Ginflasche trinken. Wie weit er Genuss- oder Suchtraucher war, weiss ich nicht. Damals gab es diese Begriffe noch nicht, das Rauchen gehörte zum Leben. Die Aufnahme mit Zigarre und Vogel aus Anlass der Premiere seines Films "The Birds" fotografiert, steht garantiert symbolisch für seine Obsessionen. Dass Kompensationen das Leben nicht verkürzen müssen, beweist Hitch: Er starb am 29.4.1980 über achtzigjährig.

Montag, 10. April 2006

Buchbesprechung: Dieter H.Wirtz: Davidoff - Legende - Mythos - Wirklichkeit



Wer ein Feel-Good-Buch erwartet, wird schon nach wenigen Seiten enttäuscht sein. Der Autor gefällt sich in Allgemeinplätzen, nimmt sich selbst oft wichtiger als sein Objekt, verliert viel Papier mit Titel und Untertitel und stellt jedem Kapitel ein Zitat voran, das nichts mit Zigarren und Davidoff zu tun hat. Bis der Aficionado ein paar handfeste Informationen zum Leben von Zino Davidoff erhält, muss er sich durch fast Hundert Seiten quälen. Und kaum ist er soweit, endet Davidoffs Leben auch schon wieder.
Dass der Autor Zino Davidoff selbst nie getroffen hat, will ich ihm nicht vorwerfen. Dass er aber ein fiktives Interview mit ihm führt schon. Zino Davidoff verstarb erst vor zwölf und nicht vor 100 Jahren. Es gibt also noch viele, die ihn gekannt und gesprochen haben. Sie kommen in diesem Buch praktisch nicht zu Wort. Dies ist bestimmt nicht die abschliessende Biografie über das Leben von Zino Davidoff. Auf eine solche müssen wir noch warten.